Mittwoch, 10. Dezember 2014

Gegrillter Radicchio, "Radicchio ai ferri"



Das Rezept stammt aus dem Buch "Italien vegetarisch" von Claudio Del Principe und Herausgeberin Katharina Seiser, das bereits im vergangenen September erschienen ist. Claudio schreibt zu diesem Rezept: "Man muss dieses fein - herbe Blattgemüse mit den komplexen Bitternoten nicht mögen - man muss es lieben! " In der Tat, man muss es!  

Als Freund der eher kräftigen Aromen habe ich mich dann zum ersten Nachkochen daher für dieses Gericht entschieden. Leider verliert der Radicchio durch das Anbraten seine schöne Farbe. Aber hier geht es vor allem um Geschmack, der wie zu erwarten, köstlich war! Hier bestätigt es sich wieder: Gerichte können so schlicht und einfach sein, Garant für Geschmack und Genuss ist immer die hohe Qualität der verwendeten Lebensmittel. Da ich mittlerweile mehr und mehr vegetarisch esse, ist dieses, in Wort und Bild mit viel Sorgfalt gestaltete Kochbuch eine willkommene Bereicherung in meiner Sammlung.









Gegrillter Radicchio, "Radicchio ai ferri"

Zutaten:

4 Radicchio Rosso di treviso tardivo (länglicher Radicchio)
feines Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl extra vergine
Käse (z.B. Taleggio, Montasio oder Gorganzola) (( ich hatte Taleggio verwendet))
frischer Thymian

Zubereitung:

Äußere Blätter vom Radicchio entfernen, Stiel mit einem scharfen Messer säubern, aber dranlassen, damit die Blätter nicht abfallen. Ganzen Radicchio unter fließendem Wasser kurz abbrausen und abtropfen. Der Länge nach durch-schneiden. Salzen, Pfeffern und mit wenig Olivenöl beträufeln.Ca. 5 Minuten von beiden Seiten auf dem Grill rösten oder in einer Grillpfanne braten. Zum Schluss nach Belieben Käse darüber schmelzen lassen und mit frischem Thymian aromatisieren.

Freitag, 28. November 2014

Mehr Meer bitte!



Oft gelüstet es mich nach frischem Meeresgetier. Auch wenn ich hier in München durch meine direkte Infrastruktur bestens versorgt bin, einen qualitativ guten Fischhändler gibt es leider nicht in unmittelbarer Nähe.  So überkommt es mich, dann fahre ich am Samstag in aller Frühe zum Viktualienmarkt, um mir extra, wie hier beim letzten Mal, eine schöne, große Portion Muscheln zu besorgen. 
Für Miesmuscheln brauche ich kein kompliziertes Rezept. Etwas Olivenöl in der Pfanne erhitzen, reichlich feingehackten, frischen Knoblauch darin andünsten, die  vorbereiteten Muscheln dazugeben, mit etwas trockenen Weisswein ablöschen, der auch gleich dazu getrunken wird, Deckel drauf, und nur ein paar Minütchen warten. Dann die feingeschnittene Petersilie darauf verteilen und anrichten, mit etwas geröstetem Weissbrot und kühlen, trockenen Wein servieren, mehr braucht es einfach nicht.  Mehr Meer bitte!



Donnerstag, 27. November 2014

Rezension: "Roh" von Gabriele Gugetzer



Das Buch "Roh" liegt schon seit längerer Zeit auf meinem Tisch. Da ich nicht wirklich ein Rohkostfan bin, fällt es mir nicht gerade leicht, ausgerechnet ein Kochbuch zum Thema Rohkost zu besprechen.Doch wenn ich es mir recht überlege: So ein Smoothie aus frisch gepresstem Gemüse oder Obst, das kann schon enorm powern!  Und ja, des Weiteren, auch ich liebe u.a. Sashimi bzw. Sushi! Keine Frage, Rohkost ist super, super gesund. Bereits beim kleinsten Erhitzen von Lebensmitteln gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Andererseits werden durch den Prozess des Kochens Texturen verändert und somit auch neue Aromen freigesetzt. Das Spiel an Möglichkeiten und Geschmackskombinationen in der Küche ist wohl ein Vielfaches dessen, was im Vergleich dazu die Rohkostküche ausmacht. Lebensmittel roh zu verzehren, heisst allerdings auch, sie pur und unverfälscht geniessen zu können. 
Gabriele Gugetzer hat in ihrem Buch "ROH" Rezepte aus den verschiedenen Kategorien wie Salate, Suppen & Smoothies, Carpaccio, Ceviche &Tatar, Fingerfood sowie Süsses zusammengefasst. Es lassen sich spannende Geschmackskombinationen entdecken, wie zum Beispiel zarte Möhren mit scharfer Kokossauce, Lachs-Ceviche mit 
Paprika und Senföl, oder Rindercarpaccio mit Noristreifen und Sesam. Die Rezepte sind in Zutaten und der Zubereitung ausführlich beschrieben und bebildert. Im Buch finden sich zusätzlich nützliche Tipps, u.a. zum Thema Garen ohne Hitze, wie Kalträuchern, Pökeln und Beizen. Auch viel Wissenswertes über die Roh-Zutaten ist im Küchenglossar zu erfahren. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass  Rohkostfreunde hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen. Getestet hatte ich aus dem Buch das Rezept für Smoothie mit Spinat, Stangensellerie, Apfel und Zucchini.


Smoothie mit Spinat, Stangensellerie, Apfel und Zucchini

Zutaten (für eine Person)

200g Blattspinat
2        Stangen Staudensellerie (mit Grün)
1        Apfel
1        Zucchino
1        Prise Salz

Zubereitung:

1.
Den Spinat verlesen, gründlich waschen (am besten im Spülbecken in stehendem Wasser, notfalls mehrmals waschen) und trocken schleudern oder in einem Küchentuch gut auswringen.
2.
Die Selleriestangen waschen und putzen, wenn sich dabei Fäden lösen, einfach mit abziehen. Die Selleriestangen grob hacken, Selleriegrün für die Garnitur beiseitelegen. Den Apfel waschen, vierteln, entkernen und ebenfalls grob hacken. Den Zucchino waschen, putzen, hacken.
3.
Alle vorbereiteten Zutaten mit Salz in einem Standmixer oder Entsafter geben und fein pürieren oder entsaften.
4.
Anrichten: Den Smoothie in ein hohes Glas füllen und mit dem Selleriegrün garnieren.

Fazit:  Bei der Zubereitung habe ich mich genau an die Rezeptangaben gehalten. Beim Pürieren hatte ich allerdings trotz meiner Moulinette Schwierigkeiten mit dem Pürieren der Zutaten, sodass nur die Beigabe von etwas Flüssigkeit 
(Wasser) nachhalf, die Konsistenz eines Drinks zu erreichen. Ferner sind die Mengenangaben im Rezept sehr
großzügig definiert, denn es waren vom Resultat nicht 1, sondern  immerhin 2,5  Portionen Smoothie. Im Rezept wird besonders auf die geschmacklichen Unterschiede von kräftigerem Spinat im Winter und zart mildem Spinat im Frühjahr / Sommer hingewiesen. Dagegen ist bei den Zutaten "nur" von einem  Apfel die Rede, obwohl je nach Fruchtsorte Säure und Süsse doch sehr unterschiedlich sein können. Bereits beim Lesen des Zutaten war klar, wie dieser Smoothie schmecken wird, und ja, er war natürlich lecker. Insofern nicht wirklich eine Überraschung, aber so ein Smoothie brachte beim genüsslichen Verzehr zum Frühstück ein gutes, gesundes Gefühl an Energie und Power für die zu bewältigenden Aufgaben des Tages mit sich.

"Roh" von Gabriele Gugetzer
erschienen im Gräfe & Unzer Verlag, München 2014